Freitag, 18. Dezember 2015

Wir sind raus

Wer diesen Blog liest, mag den Eindruck bekommen, dass sich hier ein einsamer Renegat an einem Verein abarbeitet.
Dass ich so falsch mit meinen Ansichten nicht liegen kann, mag der Umstand belegen, dass der Kreuzer Yachtclub Deutschland nun seinen Austritt aus dem Trans Ocean e.V. bekannt gegeben hat. Beigetragen zu diesem Schritt mag auch der Verlauf der letzten Mitgliederversammlung haben. Wer sich dort kritisch äußerte, wurde - so jedenfalls der Bericht mehrerer Teilnehmer - in bürgerbräukellerähnlicher Weise niedergepöbelt.
Die überaus bemerkenswerte Begründung für den Austritt wurde in der Zeitschrift Segeln veröffentlicht und lautet wie folgt:






Donnerstag, 14. August 2014

Beschäftigungstherapie für Justitia


Liebe Leser,

eigentlich wollte ich in Sachen des Segelvereins Trans Ocean e.V. endlich Ruhe geben. In Anbetracht der Zustände in diesem ehrenwerten Club kann ich es mir aber nicht verkneifen, mich noch einmal zu Wort zu melden.

Wir erinnern uns: Anfang 2012 wurde Herr Martin Birkhoff zum Vorsitzenden dieses 5.200 Mitglieder zählenden Vereins gewählt, nachdem sein Vorgänger wegen des Vorwurfs krimineller Machenschaften zurückgetreten war. Birkhoff hatte sich Transparenz und Demokratie auf die Fahnen geschrieben. Was hoffnungsvoll begann, kann man heute als grandios gescheitert bezeichnen.

Fünf mal wurde der Verein bislang von seinen eigenen Mitgliedern verklagt. Zwei Vorstandsmitglieder haben wegen Herrn Birkhoff den Vorstand nach einigen Monaten verlassen, weil sie seine Amtsführung nicht mittragen wollten. Ein Trans-Ocean Preis wurde aus Protest zurück gegeben. Zahlreiche langjährige Mitglieder sind enttäuscht ausgetreten. Aber all dies ficht den Vorsitzenden nicht an. Im zum Propagandablatt in eigener Sache verkommenem Vereinsmagazin beweihräuchert sich der große Vorsitzende selber und stellt seine Kritiker als nörgelnde und undemokratische Minderheit dar, die der angeblichen Mehrheit ihren Willen aufzwingen will.

§ 1 der geheimen Benutzerordnung
für das Trans-Ocean Forum
Dabei vergisst Herr Birkhoff, dass zur Demokratie auch Meinungsfreiheit gehört. Und die gesteht er seinen Kritikern leider nicht zu. So wurden unter seiner Verantwortung zahlreiche Forumsbeiträge im vereinsinternen Internetforum gelöscht und deren Autoren zum Teil gesperrt, weil dort dem großen Vorsitzenden missliebige Positionen vertreten wurden.

Die Mitglieder konnten sich unter anderem über diese Vorstandsmeldung wundern: "Eine Diskussion über Beschlüsse der JHV [Jaheshauptversammlung], welche eindeutig getroffen und abgestimmt wurden, werden wir nicht mehr zulassen."  Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: da will ein Vereinsvorstand vorschreiben, über welche Themen sich erwachsene Menschen im Internet unterhalten.

Stellvertretend für viele der von Zensur Betroffenen hat ein Mitglied den Klageweg beschritten. Das Urteil des Amtsgerichts Soltau ist eine regelrechte Ohrfeige für den Vorstand . Diese von den TO Mitgliedern zu bezahlende Lektion in Sachen Meinungsfreiheit und Grundrechte kann man hier nachlesen. Aus urheberrechtlichen Gründen kann ich die Schriftsätze des Vereinsanwalts in dieser Sache hier nicht wieder geben (meine Bitte um Freigabe blieb unbeantwortet). Das ist bedauerlich, zeigen diese Schriftsätze doch eindrucksvoll auf, mit welcher Niedertracht und welchen Verdrehungen man versucht hat, ein missliebiges Mitglied zum Schweigen zu bringen. Ganz abgesehen davon, dass gleichzeitig damit der Versuch unternommen wurde, die Veröffentlichung eines Dokumentes zu verhindern, das man als Indiz für einen durch den Vorstand versuchten Prozessbetrug in einem anderen Verfahren werten könnte.

Es fügt sich ins Bild, dass der Vorstand in diesem Prozess die Verfahrenskosten unnötig in die Höhe geschraubt hat, um den Kläger in dem Fall, in dem er verliert, möglichst teuer zur Kasse bitten zu können. Der Schuß ist nach hinten gegangen und nun haben die TO-Mitglieder entsprechend tiefer in die Tasche zu greifen (Nachtrag vom 11.12.2014: Inzwischen hat der Verein auch einen zweiten, ähnlich gelagerten Fall vor dem AG Soltau verloren.).

Dass der Vorstand nur per Anwalt zu der Zusage gebracht werden konnte,  das gesetzlich verbriefte Recht auf eine Gegendarstellung im Vereinsheft umzusetzen, zeigt, was Herr Birkhoff unter Meinungsfreiheit versteht. Ganz abgesehen davon, dass dieser Vorgang den Verein zusätzlich und völlig vermeidbar weiteres Geld kosten wird.

Initiationsritus für TO-Neumitglieder:
"Demokratie und Meinungsfreiheit? Den
Zahn werden wir Dir ganz schnell ziehen!"
Wer jetzt denkt, dass ein Vorstand nach einem solchen Urteil von einer Welle der Empörung zum geschlossenen Rücktritt getrieben wird, hat sich leider getäuscht.  Dass es jemand gewagt hat, sein Recht gerichtlich geltend zu machen und den Verein zu verklagen, kommentierte einer der notorischen Vorstands-Jubelperser in einem anderen Fall wie folgt: "Das ist für mich in meinem schon fortgeschrittenem Seglerleben das bisher unsportlichste und infamste Verhalten, was ich - und auch einige TO-Freunde - bis [jetzt] erlebt habe.".

Offenbar ist Trans Ocean ein Verein, dessen Mitglieder meinen, dass Gesetze und Satzungsvorschriften allenfalls Empfehlungscharakter haben und Demokratie "Vorstand befiehl, wir folgen!" heißt. Selbstredend wurde der Kläger des oben genannten Verfahrens von einigen lupenreinen Demokraten aus dem Verein kritisiert. Ganz nach Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht."

Es scheint in der  DNA des gemeinen Trans Ocean Mitgliedes zu liegen, dass rechtsstaatliche und demokratische Prinzipien nur so lange etwas gelten, wie sie mit dem eigenen gesunden Volksempfinden übereinstimmen. Es wundert mich nicht, dass diejenigen, die jetzt am lautesten gegen die Kritiker des Vorstandes pöbeln ("Miesepeter, Nörgler und Verbalinkontinenzler"), zu jenen gehören, die durch ihr jahrelanges tumbes Schweigen die Machenschaften des vorherigen Vorsitzenden (ein Strafverfahren, zwei Zivilklagen und einige 10.000 fragwürdig ausgegebene Euro) erst ermöglicht haben.

Prophetisches Titelbild im
April 2012: die Pamir als
Symbol des "Neuanfangs".
Abschließend sei daran erinnert, dass Herr Birkhoff vor zweieinhalb Jahren angetreten ist, dem TO eine "zeitgemäße" Satzung zu geben (Interview hier).
Trotz zweier Anläufe eine neue Satzung zu verabschieden, ist ihm dies bis heute nicht gelungen. Zum Glück für den Verein. Denn was Herr Birkhoff unter "zeitgemäß" versteht, kann man hier nachlesen.
Die Autoren dieses Werkes waren offenbar der irrigen Ansicht, dass juristische Ahnungslosigkeit, Beratungsresistenz und das Beherrschen der Copy & Paste Funktion Schlüsselqualifikationen sind, um eine Vereinssatzung zu erstellen.

Wer sich diese "Satzung" zu Gemüte führt, könnte meinen, dass hier jemand aus einem Segelverein eine kleine DDR machen möchte. Es ist einem couragierten Mitglied zu verdanken, das durch eine Klage bislang verhindert hat, dass dieser Unsinn dem Vereinsregister zur Eintragung vorgelegt wurde.
Auch sei erwähnt, dass diese "Satzung" nicht einmal die Mindestanforderungen erfüllt, die die Finanzverwaltung an den Satzungsinhalt eines gemeinnützigen Vereins stellt (Stichwort § 60 AO).
Ob den 1,5% der TO Mitglieder, welche diese "Satzung" im Rahmen einer "ganz und gar demokratischen Willensbildung" (O-Ton Birkhoff) abgenickt haben, bewusst war, dass sie die Gemeinnützigkeit des Vereins mit ihrem "Ja" gefährden? (Nachtrag vom Mai 2015: Nachdem der Vorstand anwaltlich (!) hat bestreiten lassen, dass die Satzung unter dem genanten Mangel leidet, musste man diesen Fehler im Vorfeld der Mitgliederversammlung 2014 dann doch eingestehen und hat einen entsprechenden Nachtrag zur Abstimmung gestellt.)

Wie "wichtig" dem aktuellen Vorstand eine "ganz und gar demokratische Willensbildung" ist, belegt auch der Umstand, dass Herr Birkhoff ausdrücklich nicht bereit ist, im Vereinsheft zu vereinspolitischen Fragen (z.B. Onlinewahl, Stimmrechtsübertragung, MV an verschiedenen Orten in Deutschland) andere Meinungen als die seine zu Wort kommen zu lassen.
Voraussetzung von Demokratie ist das Geltenlassen verschiedener Ansichten. Das ist so banal, dass man es kaum aufzuschreiben wagt. Umso tragischer, dass Herr Birkhoff sich dieses konstituierende Element unserer Gesellschaft vom Amtsgericht Soltau hat erklären lassen müssen.

Birkhoff ist für Transparenz und Demokratie im Verein angetreten. Er hat eine Mitgliederbefragung, einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Geld des Vereins, eine neue Satzung, eine neue Kommunikationskultur und eine bessere Website in Aussicht gestellt. Er ist nicht müde geworden, einen "Neuanfang" im Verein zu postulieren. All dies hat sich in  bester Politikermanier in Schall und Rauch aufgelöst. Statt mit seinen Kritikern zu reden, tingelt er durch norddeutsche Gerichtssäle und lässt seine Anwälte Schriftsätze verfassen, die so dick wie haarsträubend sind.

Er ist als Tiger gesprungen (Neuanfang! Demokratie! Transparenz!) und als Bettvorleger (Stillstand und Gerichtsprozesse) gelandet. Sein konzeptionelles, rechtliches und kommunikatives Irrlichtern sowie der schäbige Umgang mit dem 80.000 Euro Schadensfall "Drifter" hat die Marke Trans Ocean mindestens so beschädigt, wie das zweifelhafte Finanzgebaren seines Vorgängers.


             



Sonntag, 24. November 2013

Sieg der Ja-Sager


Liebe Leser,

Leider zu spät... 
am 23.11.13 fand in Cuxhaven die Mitgliederversammlung des Vereins Trans-Ocean statt.

Eine Gruppe Aufrechter hat den Aufstand gegen den Vorsitzenden Martin Birkhoff und seine restliche Vorstandstruppe geübt und verloren. Leider ist es der mit viel Sachverstand und Elan ausgestatteten Opposition nicht gelungen, die nötigen Mehrheiten für ihre Anträge zu erhalten.

Wohl erstmalig in der Vereinsgeschichte haben die Kassenprüfer der Versammlung die Empfehlung gegeben, den Vorstand nicht zu entlasten. Eine Entlastung wurde trotzdem erteilt.
Und obwohl die Entlastung alles andere als einstimmig erfolgt ist, lässt sich der Pressereferent des Vereins in der Lokalzeitung mit der Lüge Aussage zitieren, dass die Teilnehmer  dem "Vorstand einhellig ihr Vertrauen ausgesprochen" hätten.

Ich bedaure das Ergebnis der Versammlung sehr. Aber so funktioniert Demokratie. Dazu gehört auch, Ergebnisse hinzunehmen, die einem nicht passen, die man für dumm, rechtswidrig oder – wie im Fall „Drifter“ - schäbig hält.

Besonders bedauerlich: die mutmaßlich von Laien bei einem (?) Glas Wein unter Zuhilfenahme des Buches "Vereinsrecht für Dummies" zusammengeschusterte "Satzung" wurde mit über 70% angenommen. Die Mitgliederversammlung hat sich damit selber entmündigt und den Verein im analogen Zeitalter (und in Cuxhaven) fest gekettet. Die endgültige Verwirklichung des Vorstandstraumes vom Trans-Ocean Sonnenkönigsreich in Cuxhaven ist damit in greifbare Nähe gerückt.

Für die letzten konstruktiv-kritischen Mitglieder dürfte sich der Verein mit dem Ergebnis dieser Versammlung erledigt haben. Einige haben mir gegenüber schon ihren Austritt angekündigt. Und die 99,5% der übrigen Mitglieder werden, wie in den letzten 40 Jahren, brav ihre 30 Euro bezahlen und ansonsten nicht weiter stören.

So wird Trans Ocean auch in Zukunft ein verschlafener Alte-Leute Verein bleiben, dessen Mitglieder dem Vorstand Narrenfreiheit lassen.

Birkhoff & Co. können aber insofern aufatmen, als dass sie nun einen Wadenbeißer weniger haben, denn für mich ist das Thema nun endgültig durch.

           

Montag, 18. November 2013

Neues aus Absurdistan

Liebe Leser,
Alles Ponyhof?

in dem Posting unten habe ich mich kritisch mit dem Vorsitzenden des Vereins Trans Ocean, Herrn Martin Birkhoff, auseinander gesetzt.

Nun sind Kritik und Meinungsfreiheit etwas, mit dem nicht jeder klar kommt. Offenbar hat man meinen Text einem der Rechtsbeistände des Vereins zu Prüfung vorgelegt. Das Ergebnis war, dass mich der betreffende Rechtsanwalt wegen Beleidigung angezeigt hat. Die beanstandete Äußerung, so jedenfalls die telefonische Auskunft der Staatsanwaltschaft, lautet (bitte festhalten):

„Ich weiß, dass sich Herr Birkhoff nicht scheut, mit dem Geld der Mitglieder überflüssige Rechtsstreitigkeiten zu führen. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass er eines seiner juristischen Kettenhündchen nun auch gegen mich in Stellung bringen wird.“

Nun fühlt sich nach Auskunft der Staatsanwaltschaft (die Akte liegt mir nicht vor) nicht etwa Herr Birkhoff beleidigt, sondern der Rechtsanwalt, ein gewisser Dr. Jochen Orgelmann. Mir ist allerdings unklar, ob ihn jetzt die Verniedlichungsform „Kettenhündchen“ stört, er also lieber als „Kettenhund“ bezeichnet werden möchte, oder er weder so noch so genannt werden will.

Ich meine, dass ein Begriff, der der altehrwürdigen FAZ recht ist, einem kleinen Internetschreiber wie mir in seiner Verdniedlichungsform nur billig sein kann. Auch das Landgericht Berlin, das sich mit dem Beleidigungscharakter des Wortes „Kettenhund“ auseinander setzen musste, sah in dem Wort nichts Beleidigendes. Gerade in Zusammenhang mit Anwälten kann der Begriff „Kettenhund“ auch eine positive Konnotation haben, wenn man zu denen gehört, die ein konfrontatives Vorgehen bevorzugen.

Selbst der Begriff „Winkeladvokat“, den ich ausdrücklich nicht auf den den Kollegen Orgelmann angewendet wissen will, gilt nicht zwingend als Beleidigung. Kurz: die Latte für eine Beleidigung liegt recht hoch. So vermute ich, dass es hier nicht darum ging, eine angeblich als Beleidigung empfundene Äußerung zu ahnden, sondern darum, einen Kritiker mundtot zu machen. Auf die Idee, dass diese Anzeige die Bestätigung meiner Aussage sein könnte, ist man auf Vereinsseite offenbar nicht gekommen.

Erwartungsgemäß hat die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen mich eingestellt. Herrn Rechtsanwalt Dr. Orgelmann bleibt jetzt noch der Weg der Privatklage (Nachtrag vom 12.12.2014: bis heute habe ich nichts mehr von dem Fall gehört.).

Sollte ich wider Erwarten  wegen der Verwendung des Ausdrucks „juristisches Kettenhündchen“ verurteilt werden, werde ich mir das Urteil in Gold gerahmt an die Wand hängen. Immerhin hätte ich dann insofern Rechtsgeschichte geschrieben, als dass erstmals in Deutschland geklärt wurde, wie der Begriff  "Kettenhündchen" zu werten ist. Und wenn dann noch eines Tages Jurastudenten anhand des "Kettehündchenfalls" in die Feinheiten der Ehrdelikte eingeführt werden, hätte sich das ganze Theater fast schon gelohnt.

Was bleibt, ist die Frage, ob der Anzeigeerstatter hier auf eigene Rechnung tätig geworden ist, oder ob für diesen Unsinn die Mitglieder von Trans Ocean zu zahlen haben. Wundern würde mich Letzteres nicht.


 

Dienstag, 22. Oktober 2013

Absurdistan



UPDATE AM 14.11.2013
Update Oktober 2015

Liebe Leser,                       


Believe...
bis vor kurzem war ich Mitglied im Segelverein Trans Ocean. Obwohl ich ausgetreten bin, nehme ich weiter mit Interesse am Vereinsgeschehen teil.

Nicht zuletzt, weil in diesem Verein Dinge passieren, die man irgendwo im Niemandsland zwischen Seifenoper, Realsatire und Irrenhaus verorten muss (Beispiele hier).   

Und bevor ich es in den Kommentaren zu hören bekomme: Ja, das ist alles kleinkarierte Vereinsmeierei. Aber auch ein Lehrstück darüber, wie man einen Verein vor die Wand fahren kann. Und wenn man das ganze Vereins Klein-Klein auf eine Metaebene hebt, dann sieht man deutlich, dass Demokratie von der kritischen Begleitung der Herrschenden durch die Beherrschten lebt. Ohne diese Wächterfunktion der Beherrschten sind Rechtsbruch und Selbstbedienung vorprogrammiert.


Viele der unten genannten Punkte werden nur mit Insiderwissen verständlich sein. Aber auch, wenn sich einem nicht alles erschließt, wird hoffentlich deutlich, dass in einem der größten Segelvereine des Landes etwas gründlich schief läuft. So schief, dass nun leider Vereinsinterna in die Öffentlichkeit getragen werden. Aber was soll man machen, wenn die Gegenseite nicht zum Dialog bereit ist, meint Maulkörbe verteilen zu können und mit gezinkten Karten spielt?

Und nun zur Sache bzw. in die Niederungen des deutschen Vereinswesens:

Im Februar 2012 wurde Martin Birkhoff zum Vorsitzenden des Trans Ocean e.V. gewählt. Nach dem Rücktritt seines Vorgängers, der sich nun wegen mutmaßlicher Untreue vor Gericht verantworten muss [Update: nächster Verhandlungstermin am 22.11.2013 am AG Cuxhaven. Update Oktober 2015: nächste Verhandlung am 10. und 11.11.2015, diesmal mit noch einem weiteren Angeklagten], versprach er den Mitgliedern einen Neuanfang. Mehr Transparenz, mehr Demokratie und echtes Engagement für die Mitglieder sollte es geben.

Doch nach mehr als eineinhalb Jahren sieht Birkhoffs Bilanz so aus:

  • Die Eintragung der neuen Satzung, über die auf der Mitgliederversammlung 2012 abgestimmt wurde,  ist von Herrn Birkhoff mit allerlei juristischen Winkelzügen bis heute verhindert worden. Die angeblichen Fehler dieser Satzung wurden bis heute den Mitgliedern gegenüber nicht benannt. Das Mehr an Demokratie (Onlinewahl & Stimmrechtsübertragungen) und Transparenz, dass diese Satzung ermöglichen würde, ist offenbar nicht erwünscht. Lieber hat sich der Vereinsvorstand von zwei Mitgliedern verklagen lassen, als den Dialog zu suchen. 

  • Folgt man der Rechtsauffassung von Herrn Birkhoff zur Auszählung von Mitgliederbeschlüssen, entsprach die Beauftragung eines teuren juristischen Gutachtens durch ihn nicht dem Mitgliederwillen.

  • Ein vom Vorstand den Mitgliedern und dem Amtsgericht Soltau gegenüber angekündigter Entwurf einer neuen Satzung wurde bis heute nicht vorgelegt [Update: 13 Tage vor der Mitgliederversammlung hat der Vorstand nun die seit 10 Monaten angekündigte Satzung kommentarlos vorgelegt. Der offenbar von  juristischen Laien zusammengeschusterte Text stellt gegenüber der Satzung von 2012 eine deutliche Entrechtung der Mitglieder dar und zementiert die Cuxhavenfixiertheit des Vereins. Bei genauem Hinsehen handelt es sich beim Satzungsentwurf des Vorstandes um eine Ermächtigungsgrundlage zum Durchregieren in der Verkleidung eines demokratischen Regelwerks. Der dringend nötige Schritt ins digitale Zeitalter wurde vom Satzungsentwurf des Vorstandes ausdrücklich verneint (im Gegensatz zur Satzung von 2012). Rechtsverbindliche Informationsübermittlung per Email, online - Mitgliederversammlungen und die Website als offizielles Bekanntmachungsorgan sind vom Vorstand nicht gewünscht. Im Februar schrieb der Vorstand, er wolle "eine Satzung, die breit und von möglichst vielen Mitgliedern diskutiert wurde" und die "erläutert und kommentiert" ist. Das jetzige Vorgehen (der Satzungsentwurf wurde z.B. nicht einmal auf der Vereinswebsite veröffentlicht, sondern nur per Post versandt) kann man nur als Mitgliederverhöhnung bezeichnen. Update Oktober 2015: wegen zweier schwerer rechtlicher Mängel der Satzung war eine Eintragung bis heute nicht möglich.].

  • Die vom Vorstand angekündigten Förderrichtlinien sind den Mitgliedern bislang nicht vorgelegt worden [Update: 11 Tage vor der Mitgliederversammlung hat der Vorstand kommentarlos Förderrichtlinien veröffentlicht. Auch hier war die Diskussion  oder gar die Legitimation durch die Mitglieder nicht erwünscht. Die Förderung anderer Vereine - in der Vergangenheit in fünfstelliger Höhe praktiziert - ist nun ausdrücklich von den Förderrichtlinien abgesegnet. Der Labskaus-Amigoklüngel wird es dem TO danken, während sich das normale TO Mitglied fragen dürfte, warum sein Geld anderen Vereinen zugute kommen soll.].

  • Die in Aussicht gestellten neuen Regeln zur Benutzung des TO-Forums gibt es bis heute nicht.

  • Für das wichtigste Kommunikationsinstrument des Vereins, die Internetseite, gibt es auch nach eineinhalb Jahren kein Zukunftskonzept. Bis heute ist der Internetauftritt des Vereins in den Händen eines ersichtlich überforderten "Webmasters". [Update: inzwischen hat der "Webmaster" zum Ende des Jahres entnervt das Handtuch geworfen. Laut Kassenbericht hatte der Internetauftritt nur einen Anteil von 3% an den Vereinsausgaben. Das TO-Heft hingegen rund 21% (allerdings zum Teil refinanziert durch Anzeigen). Dies zeigt, wie wenig der Verein die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters erkannt hat.]

  • Ohne von den Mitgliedern legitimiert worden zu sein, hat der Vorstand die Aufnahmevoraussetzungen in den Verein verändert.

  • Missliebigen Mitgliedern wurde der Zugang zum TO-Forum gesperrt oder ihre Beiträge wurden unter fadenscheinigen Begründungen zensiert.[Update Oktober 2015: in dieser Sache hat der Verein zwei für ihn teure Gerichtsverfahren verloren]

  • Die Preisvergaberichtlinien des Vereins sind bis heute nicht demokratisch legitimiert, sondern wurden den Mitgliedern einfach so vorgesetzt, ohne eine Diskussion zu ermöglichen.

  • Eine Entschädigungszahlung an die durch ein mutmaßliches Mitverschulden des Vereins um 80.000 Euro geschädigte Frau L. ist durch ein entwürdigendes Spiel auf Zeit von Herrn Birkhoff bislang verhindert worden. Viel Geld wurde für nutzlose anwaltliche Beratung ausgegeben [Update: über 10% des regulären Mitgliederbeitragsaufkommens des zurückliegenden Geschäftsjahres wurden für "Rechts- u. Beratungskosten" ausgegeben]. Herr Birkhoff hat sich zudem angemaßt, gegenüber Frau L. den Eindruck zu erwecken, in ihrer Sache sei das letzte Wort bereits gesprochen, obwohl die Mitgliederversammlung hier zu entscheiden hat. Wider alle Fakten wird weiter die Mär verbreitet, dass der Verein in der Krankenversicherungssache  nur ein Konto zur Verfügung gestellt hat und er ansonsten in die Abwicklung der Versicherung nicht involviert war. Den Gegenbeweis liefert – neben vielen anderen Punkten – dieser Schriftwechsel hier [Update Oktober 2015: Seite vom Verein gelöscht]. Dass auch noch der Eindruck erweckt wird, dass RA Reymann die Feststellungen des Vorstandes bzw. des in dieser Sache erstellen „Gutachtens“ teilt, obwohl genau das Gegenteil der Fall ist, kann man nur als unredlich bezeichnen. Geradezu absurd wird es, wenn man sich vor Augen führt, dass man behauptet, der Verein habe mit der Abwicklung der Krankenversicherung nichts zu tun gehabt und gleichzeitig den restlichen Kassenbestand i.H.v. 18.000 Euro aus dieser Sache für den Verein vom ehemaligen Vorsitzenden einklagt. [Update: inzwischen werden die 18.000 Euro im Kassenbericht sogar schon als "zu erwartende Einnahme" verbucht. Mit anderen Worten: der Vorstand will dem Verein Geld einverleiben, das nie für diesen bestimmt war. "Geld ja, Verantwortung nein" lautet offenbar das Motto von Birkhoff & Co..] 

  • Über Kritiker sind im Vereinsnewsletter vom Vorstand rufschädigende falsche Aussagen verbreitet worden.

  • Einzelne Mitglieder sind von Herrn Birkhoff offenbar bewusst falsch informiert worden, als diese in Vereinsangelegenheiten um Auskunft gebeten haben. In einem Fall hat Herr Birkhoff einen juristischen Standpunkt meines Erachtens praktisch frei erfunden und wahrheitswidrig behauptet, dieser können von jedem Anwalt, der sich in der Materie etwas auskennt, bestätigt werden. Dies wohl mit der Intention, das betreffende Mitglied ruhig zu stellen.

  • Ein Vorstandsamt (Vorsitzender des Beirates) wurde mutmaßlich rechtswidrig besetzt. Eine Begründung den Mitgliedern gegenüber, warum die Wahl gültig sein soll, hat es nicht gegeben. [Update Oktober 2015: Der anschließende Rücktritt dieses Herrn wurde den Mitgliedern erst mit monatelanger Verspätung mitgeteilt.]
  • Einige Vorstandsbeschlüsse sind wahrscheinlich rechtswidrig zustande gekommen. So beruht die Zusammenarbeit mit Frau Panzer Gunkel auf einem mutmaßlich nichtigen Vorstandsbeschluss.

  • Im Vereinsmagazin werden den Mitgliedern wichtige Fakten vorenthalten und damit die Vereinssituation geschönt dargestellt. Bis heute wurden die TO Mitglieder im Vereinsmagazin nicht darüber in Kenntnis gesetzt, dass sich der ehemalige Vereinsvorsitzende vor einem Strafgericht verantworten muss. Kein Wort auch zu der geradezu vernichtenden Stellungnahme von RA Reymann zum „Gutachten“ von RA Dr. Orgelmann. Die Editorials von Herrn Birkhoff lesen sich wie Verlautbarungen der nordkoreanischen Staatspartei. Sein Eigenlob „viel erreicht“ zu haben kann man nur als Realitätsverweigerung interpretieren.

  • Herr Birkhoff betreibt eine weitgehende Kommunikationsverweigerung mit seinen Kritikern. Seine Auseinandersetzung mit dem „Erweiterten Kassenprüfungsbericht“ dient ersichtlich vornehmlich dazu, die Arbeit des Kassenprüfers K. Fohrmann zu diskreditieren und die Versäumnisse des alten Vorstandes zu relativieren.

  • Trotz gewichtiger Indizien hat Herr Birkhoff sich geweigert, gegen seinen Vorgänger Anzeige wegen Untreue zu erstatten. Ein Strafverfahren kam erst durch die Anzeige eines Mitgliedes zustande. [Update: hier ein Pressebericht vom ersten Prozesstag]

  • Es bedurfte des Rücktritts zweier Vorstandsmitglieder bis Herr Birkhoff bereit war, zivilrechtlich gegen seinen Vorgänger wegen mutmaßlich überhöhter Zahlungen an Dritte vorzugehen. Seine gegenüber den Mitgliedern im Vereinsnewsletter gemachte Aussage, dass der Vorstand am 28.10.2012 einen Anwalt mit den notwendigen Schritten beauftragt hat, entspricht nicht der Wahrheit.   

  • Statt die Anträge zur Mitgliederversammlung wie üblich im Vereinsmagazin zu veröffentlichen, sollen diese nun gesondert per Post verschickt werden. Ein sachlicher Grund dafür wurde nicht benannt und ist auch nicht nicht ersichtlich. Der Schaden für den Verein könnte sich im vierstelligen Bereich bewegen. [Update: die per Post verschickte Einladung hat einige Mitglieder nicht in der satzungsgemäßen Frist erreicht. Dadurch werden die auf der Mitgliederversammlung gefassten Beschlüsse evtl. anfechtbar. Die nachgeschobene Begründung für den teuren Postversand lautet nun, dass der Veranstaltungsort, obwohl schon im TO Heft angekündigt, noch nicht sicher feststand. Ich vermute, dass es auch darum ging, die neun Seiten Anträge, die in Summe eine Ohrfeige für die Vorstandsarbeit darstellen, durch eine Veröffentlichung im TO Heft nicht unnötig lange für die Nachwelt zu erhalten. Wie man zu den Anträgen steht, mag auch der Umstand belegen, dass sie - im Gegensatz zur Einladung - nicht auf der Vereinswebsite veröffentlicht wurden. Update Oktober 2015: nach fast zwei (!) Jahren hat der Vorstand kleinlaut zugeben müssen, dass das Registergericht die Eintragung der Satzung unter Hinweis auf die nicht termingerechte Ladung zur Mitgliederversammlung verweigert hat.]

  • Im Satzungsprozess vor dem Amtsgericht Soltau betreibt der Vorstand hartnäckig aus prozesstaktischen Gründen eine Erhöhung des Streitwertes und gefährdet dadurch Vereinsvermögen. Dieses Vorgehen wurde gegenüber den Mitgliedern weder kommuniziert, noch begründet.
  • Eine rechtlich meines Erachtens gebotene außerordentliche Mitgliederversammlung im Anschluss an die Mitgliederversammlung 2012 wurde von Herrn Birkhoff verweigert. Eine nachvollziehbare Begründung für diese Weigerung gab es nicht. 

All diese Punkte zeigen in Summe, dass Herr Birkhoff nicht geeignet ist, einen Verein mit 5.000 [Update Oktober 2015: 4.700, Tendenz fallend] Mitgliedern zu führen. Wie er, einer irrational anmutenden Agenda folgend, aus einem der größten deutschen Segelvereine ein Narrenschiff gemacht hat, ist ein Trauerspiel.

In seiner Amtszeit ist der Verein keinen Schritt in Richtung einer dringend erforderlichen und von ihm selber immer wieder postulierten Neuausrichtung weiter gekommen. Struktur und Idee des Vereins kommen weiterhin aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Ich würde mich freuen, auf der kommenden Mitgliederversammlung in Cuxhaven die Chance genutzt würde, diesen Mann abzuwählen und damit einen echten Neuanfang zu ermöglichen. 

Ich weiß, dass sich Herr Birkhoff nicht scheut, mit dem Geld der Mitglieder überflüssige Rechtsstreitigkeiten zu führen. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass er eines seiner juristischen Kettenhündchen nun auch gegen mich in Stellung bringen wird. Über einen eventuellen Rechtsstreit werde ich hier in aller Ausführlichkeit berichten.